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Brudermeister: „Wir sind sehr zufrieden" Tag der Balver Vereine war ein Erfolg — Vor allem am Nachmittag ließen sich die Besucher von den ehrenamtlichen Kräften informieren
Richard Elmerhaus, Westfalenpost
Als am Sonntagabend die Vereine, die sich am Tag der Balver Vereine mit großem Engagement beteiligt hatten, die Höhle verließen, huschte ein strahlendes Lächeln auf das Gesicht von Brudermeister Engelbert von Croy.
„Wir sind sehr zufrieden, denn am Nachmittag sind viele Besucher in die Höhle gekommen, um sich über unsere Balver Vereine zu informieren und einige von ihnen sind auch Mitglied geworden", freute sich der 1. Vorsitzende der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve, die sich nach diesem Erfolg durchaus vorstellen kann, den Tag der Balver Vereine mit einer noch größeren Anzahl in zwei Jahren zu wiederholen, und zwar in der Sommerzeit. „Denn ich habe von den teilnehmenden Vereinen eine sehr positive Resonanz erfahren", erklärte Engelbert von Croy, der für seine Ideee auch Unterstützung durch Pfarrer Dr. Reinhard Richter erhielt. Der Seelsorger betrieb im Pfarrbrief und am Samstagabend von der Kanzel intensive Werbung für den Tag der Balver Vereine, den er selbst nicht besuchen konnte, weil er am Sonntag zu Gast bei Bischof Karl-Heinz Wiesemann in Speyer war.
Was wäre, wenn es das Ehrenamt und die dazu passenden Menschen nicht geben würde? Auf diese Frage gab der Pfarrer von St. Blasius Balve diese Antwort: „Vor wenigen Tagen konnte man in den Tageszeitungen von der Krise des Ehrenamtes lesen. Es ist ja nicht verwunderlich, dass in einer gewinnmaximierten Welt die Frage nach dem „Was bekomme ich dafür?" bestimmender geworden ist, als der bescheidene und selbstlose Dienst im Hintergrund. Dazu kommen die Belastungen in den Familien und im Beruf, oft in der umgekehrten Reihenfolge. Selbst die verbleibende Freizeit ist heute Zweckzeit und vielfach mit Stress belegt. Und dann das sogenannte Ehrenamt, welches nicht selten Unehren, Verleumdung, Streit und Ärger mit sich bringt.
Alle, die in den Vereinen und Verbänden, auch Bruderschaften, wirken, wissen davon. Die Menschen reagieren meistens dann, wenn etwas unverständlich bleibt oder als ungerecht empfunden wird. Diesen Druck auszuhalten, ist eine besondere Kunst. Da kennt sich jeder am besten und weiß, wie er in solchen Situationen reagiert. Und trotz allem möchte ich zum Ehrenamt in den Vereinen und Pfarrgemeinden ermutigen, weil die bezahlte Arbeit einfach relativiert wird und dann Neigungen und Eigenschaften sich regen können, die oft im Berufsleben nicht zum Tragen kommen können.
Nicht jeder bekommt den Beruf, der ihm liegt. So kann das Ehrenamt hier etwas ausgleichen. Manche Kinder- und Jugendträume können sich auch im vorgerückten Alter realisieren. Gerade in den Sportvereinen gibt es dazu viele Möglichkeiten.
Ich bin in meinen neun Balver Jahren auf viele Ehrenämter und deren Träger gestoßen, ohne die es kein Gemeinwesen geben kann. Besonders dankbar bin ich den kirchlichen Mitarbeitern, die einmal
mit Herzblut und Verstand über das Bezahlte hinaus gewirkt haben und hoffentlich auch weiter wirken: Pfarrbüros, Sakristeien, Kindergärten usw. sind die Orte, die dadurch erst lebendig werden. Allen gilt mein herzlichster Dank.
Der Blick in die Zukunft will auch gewagt sein: Ich sehe eine verstärkte Notwendigkeit der ehrenamtlichen Arbeit auf uns zukommen, da nicht mehr alles im Sozialleben aus der öffentlichen Kasse des Steuerzahlers bezahlt werden kann. Unser Bürgermeister hat bereits darauf öfters hingewiesen. Auch in den Pfarrgemeinden wird es künftig ohne ein verstärktes ehrenamtliches Engagement nicht gehen können, wenn der Standard gehalten werden soll. Es liegt an den einzelnen Ortsgemeinden, was vor Ort „laufen" soll und kann. Daher bitte ich stets um die Anfrage an sich selbst: Was kann ich, wovon andere auch etwas haben? Was kann ich einbringen? Das Ehrenamt gibt nicht nur Ärger zurück, sondern auch ein vertiefendes Hineinwachsen und Reifen der Persönlichkeit. Das ist mit Geld nie zu bezahlen", so Pfarrer Dr. Reinhard Richter. Sichtlich zufrieden denken der 1. Vorsitzende der Schützenbruderschaft Balve, Engelbert von Croy, und seine Vorstandskollegen an eine Neuauflage vom Tag der Balver Vereine nach.
Veröffentlicht am:
17:42:44 20.10.2009
von CMS System Benutzer
Letzte Aktualisierung
17:42:44 20.10.2009